Ein Lipödem ist eine chronische Erkrankung des Fettgewebes, die eine gestörte Fettverteilung mit krankhaft vergrößerten und deformierten Fettzellen zur Folge hat.

Die Fettverteilungsstörung ist genetisch bedingt und tritt infolge einer Hormon-Umstellung des Körpers auf (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre). In welchem Umfang Hormone die Krankheit beeinflussen, ist wissenschaftlich bislang nur unzureichend geklärt.

Das Lipödem entwickelt sich immer symmetrisch. In der Regel sind Oberschenkel, Hüften und Oberarme betroffen. Im Gegensatz zu normalen Fettablagerungen ist das Lipödem schmerzhaft und schränkt das alltägliche Leben erheblich ein.

Symptome des Lipödems:

  • Cellulite (Orangenhaut)
  • lokal begrenzte, mitunter starke Schmerzen
  • Druckempfindlichkeit an den betroffenen Stellen
  • erhöhte Neigung zu blauen Flecken ohne stärkere Druck-Einwirkung
  • geschwollene „schwere“ Beine
  • Auftreten von Besenreisern
  • X-Beine wegen der voluminösen Oberschenkel
  • vorzeitige Arthrose wegen der Bein-Fehlstellung
  • verringerte Mobilität aufgrund der Gelenk-Beschwerden
  • Gewebe-Verletzungen (Wundekzeme) auf den Oberschenkel-Innenseiten

 

Diagnostik

Befund und Anamnese liefern dem Arzt verlässliche Anhaltspunkte bei der Diagnosestellung. Eine Ultraschalluntersuchung ist vor allem auch zur Abgrenzung anderer Erkrankungen notwendig. Im hochauflösenden Ultraschall lassen sich oftmals bienenwabenartige Strukturen im Fettgewebe nachweisen.

Der Mediziner unterscheidet bei der fortschreitenden Erkrankung 3 Stadien:

        1. Stadium: Bildung von Orangenhaut (kleinere Dellen)

        2. Stadium: Entstehung größerer Dellen (Matratzenhaut)

        3. Stadium: große härtere Hautlappen und Hautwülste, die sogar Hand und Fußrücken bedecken

 

Behandlung des Lipödems

Zur Behandlung der vererbbaren Fettgewebe-Erkrankung gibt es folgende therapeutische Optionen:

  • Kompressionsbehandlung (Kompressionsverbände, flachgestrickte Kompressionsstrümpfe). Die Kompression muss mit speziell angepasster und angefertigter flachgestrickter Kompressionsware erfolgen, die tagsüber konsequent getragen werden muss.
  • Manuelle Lymphdrainage ( bei sekundärem Lymphödem)
  • Sport (insbesondere sämtliche Wassersport-Arten (Aqua-Gymnastik, Schwimmen, Aqua-Jogging), oder Ski-Langlauf, Walking und Spaziergänge)
  • Liposuktion (moderne wasserstrahl- oder vibrationsassistierte Fettabsaugung)  Liposuktion ist die einzige Methode, die den Betroffenen auch langfristig und dauerhaft hilft, da sie nicht nur überflüssiges Gewebewasser entfernt, sondern auch das Fettgewebe verringert.