Tiefe Venenthrombose

Eine plötzliche schmerzhafte Schwellung der betroffenen Gliedmaße mit Druck-, Spannungs- und Schweregefühl, eine neu aufgetretene, erweiterte oberflächliche Venen oder eine bläuliche Verfärbung des betroffenen Beines oder Armes  – all das können Symptome einer tiefen Venenthrombose sein.  

Von einer Thrombose spricht man, wenn die tiefe Venen durch ein Blutgerinnsel verstopft sind.  Durch diese Verstopfung kann das Blut aus den Gliedmaßen nicht mehr zu Herz und Lunge abtransportiert werden. Die Folge ist eine schmerzhafte Schwellung/Ödem. Zudem kann es zu einer Verschleppung dieser Gerinnsel kommen, die Lungengefäße verstopfen können (Lungenembolie).

In einigen Fällen verbleiben die Gerinnsel in den betroffenen Venen und führen zu einer dauerhaften und ausgeprägten Verstopfung. Dabei können die tiefen Venen ihre Transportfunktion des Blutes aus den Beinen in Richtung des Herzens nicht mehr nachkommen und das Blut staut sich in die Beine zurück. Dies führt dann zu anhaltender Beinschwellung, neuer Krampfaderausbildung und Unterschenkelgeschwüren.  In einem solchen Fall spricht man vom postthrombotischen Syndrom.

Ein erhöhtes Thromboserisiko besteht bei Menschen in folgenden Situationen:

  • längeres Liegen, z.B. im Krankenhaus
  • Immobilisation, z.B. Gipsverband
  • nach einer Operation
  • bei einer Krebserkrankung
  • beim Rauchern
  • bei angeborener Thromboseneigung (Thrombophilie)
  • bei Einnahme von Hormonpräparaten
  • bei schwerer Allgemeinerkrankung
  • nach den längeren Bus- oder Flugreisen 
  • Schwangerschaft oder Einnahme der Anti-Baby-Pille

Schnelle Diagnostik mit Ultraschall

Für die Diagnostik kommt die Ultraschalluntersuchung (Kompressionsonografie) zum Einsatz, mit der die Blutgefäße in den Beinen bildlich dargestellt werden können. Die Untersuchung ist schmerzfrei und völlig ungefährlich. Lässt sich die Vene mit dem Schallkopf dabei leicht zusammendrücken, besteht keine Thrombose. Ist die Vene nicht komprimierbar, weil ein Gerinnsel in ihrem Inneren zu einer Verhärtung führt, liegt fast immer eine Thrombose vor. Blutuntersuchung und Labortests, wie  D-Dimeren, lassen die Thrombose vermuten und dienen zur Verlaufskontrollen.

Wie wird eine frische tiefe Venenthrombose behandelt?

Aktuell wird es empfohlen, die Blutgerinnung medikamentös (- meist in Form einer Tablette) zu dämpfen und somit das Blutgerinnsel aufzulösen.  Zudem werden Kompressionsverbände oder –strümpfe angelegt. Die meisten Thrombosen lassen sich so kontrollieren.

Bei sehr ausgeprägte Thrombosen mit Beteiligung der Beckenvenen und große Hohlvene (Vena cava) kann allerdings nötig werden, die Blutgerinnsel aufzulösen. Hierzu stehen invasive Methoden zur Verfügung:

1.  Thrombolyse. Hier wird ein Katheter minimalinvasiv in das betroffene Gefäß eingelegt. Über diesen Katheter wird ein Blutgerinnsel auflösendes Medikament verabreicht.

2.  Thrombektomie. Dies beschreibt die Entfernung des Blutgerinnsels entweder mit Hilfe eines speziellen Absaugkatheters oder im Rahmen einer Operation.

Das postthrombotische Syndrom kann auch invasiv behandelt werden. Die verschlossenen Venen, auch Jahre nach dem ursprünglichen Auftreten der Thrombose, können durch setzen hierzu Ballonkatheter und Stents, wiedereröffnet werden.  Die konservative Therapie des postthrombotischen Syndroms besteht meist in einem lebenslangen Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Die invasive Behandlung einer Thrombose oder postthrombotischen Syndrom ist  eine Einzelfall-Entscheidung und vom individuellen Patienten abhängig.

Wie geht es weiter?

Nachuntersuchungen bei einem Gefäßspezialisten sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, um die Dauer der gerinnungshemmenden Therapie und der Kompressionsbehandlung festzulegen, die Folgen der Thrombose zu erkennen und die Spätschäden zu vermeiden oder mildern. Gelegentlich ist eine spezielle Gerinnungsanalyse (sog. Thrombophilie-Screening) erforderlich. Eine individuelle Beratung kann Ihnen Informationen zur eigenen Prognose, sowie zum familiären Risiko geben.