Unser Körper verfügt über drei verschiedene Gefäß-Systeme, die wir in der Praxis klinisch und mit modernster Ultraschalldiagnostik untersuchen:

  • Arterien sind die Blutgefäße, die (mit Ausnahme der Herzkranzarterien) das Blut vom Herzen weg in den Körper (Extremitäten und Organen ) leitet
  • Venen sind die Blutgefäße, die Blut aus dem Körper (Extremitäten und Organen ) zurück zum Herzen führen
  • Lymphgefäße: sind feinste Kanäle, die nicht für den Transport von Blut, sondern für den Abtransport der sich im Gewebe befindenden Flüssigkeit (Lymphe) einschließlich geringer Mengen von Eiweiß verantwortlich sind

Denn Störungen eines oder mehrerer Systeme können vielfältige Auswirkungen haben: So können Verkalkungen in den Arterien beispielsweise zu Verengungen und Verschlüssen führen, was wiederum Durchblutungsstörungen verursacht. Das kann zum Beispiel die Beine (sog. Schaufensterkrankheit, Raucherbein) oder auch die Halsschlagadern (Gefahr eines Schlaganfalls) betreffen. Das Spektrum der Venenerkrankungen reicht von simplen Schwellungen der Beine oder ästhetisch störenden Besenreisern über Krampfadern mit defekten Venenklappen bis hin zu schwersten chronischen Stauungen mit offenen Wunden oder der lebensbedrohlichen akuten Venenthrombose. Auch Störungen des Lymphtransports können zu Schwellungen der Beine oder Arme führen.

Neben einer ausführlichen Patientenbefragung und körperlichen Untersuchung führen wir in unserer Praxis im Rahmen der Gefäßdiagnostik je nach Bedarf unter anderem folgende Untersuchungen durch:

Doppler-Sonographie: Die Doppler-Sonographie ist eine spezielle Form des Ultraschalls, mit der wir die Gefäße und den Fluss des Blutes in Ihrem Körper darstellen können. Damit lassen sich die Durchblutungssituationen in allen Körperregionen exakt beurteilen

Farbduplex-Sonographie: Hierbei handelt es sich um einen Ultraschall, der bestimmte Gefäße in Farbe und mit Flussmessung des Blutes darstellt. Dadurch können wir nicht nur die Krampfadererkrankungen sondern auch beispielsweise Verengungen der Schlagadern, Erweiterungen der Bauchschlagader oder Durchblutungsstörungen der Beine diagnostizieren.

Bei Bedarf überweisen wir Sie zu speziellen Untersuchungen an die Radiologie. Dies betrifft beispielsweise eine Magnetresonanz-/Kernspin-Angiographie bei Patienten mit Durchblutungsstörungen.

Als Funktionsdiagnostik der Gefäße dienen:

Venenverschluss-Plethysmographie: Diese Untersuchung dient dazu, den Blutfluss in den Venen zu überprüfen. Dabei wird der Blutfluss mit einer Manschette am Oberschenkel gestaut, sodass die Venen das Blut nicht mehr in Richtung Herz leiten können. Gleichzeitig führen die Arterien weiterhin Blut in das Bein. Infolgedessen messen wir den Beinumfang am Unterschenkel, der aufgrund des Blutstaus ansteigen sollte. Die Ergebnisse der Untersuchung erlauben Rückschlüsse auf das Volumen der Venen.

Knöchel-Arm-Index: Bei dieser Untersuchung messen wir den Blutdruck an beiden Armen und Beinen und können so etwaige Durchblutungsstörungen identifizieren. Der Quotient aus den gemessenen Blutdruckwerten ergibt in der Regel eine Zahl zwischen 0 und 1. Ein Wert um 1 signalisiert eine normale Durchblutung. Je kleiner der Quotient wird, desto stärker ist die Durchblutung gestört.

Lichtreflexionsrheographie: Hierbei handelt es sich um ein Messverfahren, um die Funktionsfähigkeit der Venen zu überprüfen. Mithilfe von Infrarotlicht und einem Sensor wird dabei untersucht, wie schnell sich die Venen bei Bewegung leeren und wieder mit Blut füllen. Hierdurch kann die sogenannte chronisch venöse Insuffizienz (CVI) diagnostiziert werden.

Laboruntersuchungen vererbten oder erworbenen Thromboseneigungen (Thrombophilie). Als Thrombophiliediagnostik wird eine Reihe von Laboruntersuchungen verstanden, die der Abklärung einer Thrombophilie dienen.

Thrombophilie-Diagnostik ist indiziert bei:
·         positiver Eigenanamnese, Multiplen Rezidive der Thrombose

·         familiär gehäuften Thrombosen oder Embolien, bekannte Gerinnungsstörungen in der Familie

·         Anwendung oraler Kontrazeptiva oder oraler HRT bei Verdacht auf Prädisposition

·         zur Abklärung habitueller Spontanaborte

·         idiopatischer Thrombose (ohne Trauma/Immobilisation) bei jungen Patienten (< 45 Jahre)

·         Thrombosen in ungewöhnlicher Lokalisation (z.B. Armvenenthrombose, Budd-Chiari-Syndrom, Pfortader, Sinus-cavernosus-Thrombose)

Eine rationelle Thrombophiliediagnostik umfasst die indikations- und zeitgerechte Abklärung einer Faktor-V-Leiden-Mutation, einer Prothrombinmutation, der hereditären Formen des Antithrombinmangels, des Protein-C- und Protein-S-Mangels sowie eine wiederholte Kontrolle erhöhter Faktor-VIII-Spiegel und eine Untersuchung auf das Vorliegen von Antiphospholipid-Antikörpern. 

Hier sind alle unsere diagnostischen Leistungen im Überblick:

Untersuchung, Diagnostik mittels Doppler-/Farbduplexsonographie, Beratung und Behandlung von Patienten mit Krampfaderleiden (Varikosis), Beratung insbesondere auch im Hinblick Frage Operation/ neue z. B. endoluminale Methoden / konservative Behandlung / Sklerosierung (Verödung). 

Notfallmäßige Diagnostik und Therapie bei akuter tiefer Beinvenenthrombose oder Armvenenthrombose sowie bei Thrombophlebitiden(oberflächliche Venenentzündungen). 

Diagnostik und Therapie von Patienten mit stattgehabten tiefen Venenthrombosen im Sinne eines postthrombotischen Syndroms. 

Diagnostik peripherer arterieller Durchblutungsstörungen („Schaufenster Krankheit“) mittels Doppler- und farbkodierte Duplexsonographie sowie Therapie / Beratung der Patienten, insbesondere im Hinblick auf konservative Therapie / Intervention (Ballondilatation oder OP) / Infusionstherapie. 

Diagnostik bei Raynaud-Syndrom der Hände oder Füße. 

Hirnversorgende Gefäße 

Darstellung der hirnzuführenden Gefäße (Carotiden) zur Diagnostik Arteriosklerose / Plaques (Verkalkungen) oder Stenose (Einengung) der Halsgefäße mittels Doppler- und Farbduplexsonographie zur Prävention, Diagnostik von Durchblutungsstörungen des Gehirns, Beratung der Patienten im Hinblick auf Apoplex (Schlaganfall)-Gefährdung.